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Patenboot U 17 aus Eckernförde

Von links: Hauptbootsmann Lars Templin, Obermaat Jörg Kaiser, Bürgermeister Edwin Weiß, Kommandant Jörn Schierhorn und Oberleutnant zur See, Andreas Kraft
Von links: Hauptbootsmann Lars Templin, Obermaat Jörg Kaiser, Bürgermeister Edwin Weiß, Kommandant Jörn Schierhorn und Oberleutnant zur See, Andreas Kraft

Vor 37 Jahren wurde die Patenschaft zwischen der Besatzung des Unterseebotes „U 17“ und der Gemeinde Kressbronn ins Leben gerufen. Nun wird das U-Boot außer Dienst gestellt, die Patenschaft wollen beide Seiten fortführen. Als Attraktion wäre sogar eine Trocken-Verlegung nach Kressbronn denkbar.

Seit 37 Jahren pflegen die Kressbronner mit dem Unterseeboot „U 17“ und dessen Besatzung eine Freundschaft besonderer Art. Aus der Patenschaft, die aufgrund eines U-Boot-Unglücks, bei dem auch der damalige Kommandant, der Sohn des Kressbronners Dr. Thorwald Wiedersheim starb, ins Leben gerufen wurde, entstanden viele Freundschaften. Gegenseitige Besuche zum Heimathafen in Eckernförde und an den Bodensee zeigen bis heute die Harmonie und Verbundenheit zwischen den Paten.

Vom 25.06. bis 27.06.2010 besuchten Korvettenkapitän Jörn Schierhorn und drei seiner Kameraden die Seegemeinde und sprachen über die Zukunft der Patenschaft. Hintergrund ist, dass das in die Jahre gekommene Unterseeboot unter anderem finanziell bedingt außer Dienst gestellt werden soll. „Wir wollen die jahrelang gewachsene Bande nicht so einfach aufgeben. Hier sind Freundschaften gewachsen und entstanden. Denkbar wäre eine neue Patenschaft mit einem anderen, neuen U-Boot“, sagte Bürgermeister Edwin Weiß, der selbst dreimal im 1000 Kilometer entfernten Eckernförde zu Gast war und Tauchfahrten miterleben durfte.

Nun könnte es aber auch passieren, dass, so erste Überlegungen, das U-Boot seine letzte lange Reise im Transport von Eckernförde nach Kressbronn unternimmt, um es hier an Land auszustellen. „Im Augenblick ist das noch eine Vision, die aber durchaus vorstellbar wäre. „Für unsere Gemeinde und den Tourismus wäre die U 17 ein unglaublicher Mehrwert“, meinte Weiß gegenüber der Schwäbischen Zeitung.

Auch Jörn Schierhorn, der mit 38 Jahren älteste, diensthabende U-Boot-Kommandant der deutschen Marine, sieht dem mit Begeisterung entgegen: „Es wäre nicht das erste Mal, dass ein ausgemustertes Schiff einen neuen ,Heimathafen’ findet. Unsere Patenschaft hätte es allemal verdient“, sagt er. Nun muss zunächst die Abwicklung der Außerdienststellung realisiert werden, die Besatzungen entsprechend umgeschult und untergebracht werden.


Quelle: Schwäbische Zeitung vom 29.06.2010