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Straẞen und Wege

Sanierung öffentlicher Straßen

Die Straßeninfrastruktur der Gemeinde Kressbronn am Bodensee ist eine zentrale Grundlage für den innerörtlichen und überörtlichen Verkehr. Das Kressbronner Straßennetz umfasst eine Vielzahl von Straßen unterschiedlicher Nutzung und Belastung, von Hauptverkehrsstraßen und Anbindungen an wichtige Verkehrsachsen bis hin zu Anliegerstraßen in Wohngebieten.

Straßenbaulast und Arten von Straßen

Die Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und obliegt den nach den Straßen- und Wegegesetzen des Bundes und der Länder den jeweils zuständigen Trägern der Straßenbaulast. Im Unterschied zu privaten Straßen und Wegen sind die der Allgemeinheit dienenden Verkehrsanlagen öffentlich gewidmet. Die Widmung einer Straße ist ein förmlicher Verwaltungsakt und definiert dabei den öffentlichen Zweck. Es ist also ein hoheitlicher Akt, der die Sache der öffentlichen Nutzung unterstellt. Durch die straßenrechtliche Widmung werden der Gemeingebrauch sowie die damit verbundenen Rechte und Pflichten begründet. In der Widmung einer öffentlichen Straße ist die Straße zugleich einer straßenrechtlichen Einteilung zuzuordnen. Man unterscheidet dabei zum Beispiel nach Bundes-, Landes-, Kreis- oder Gemeindestraßen. Diese Einstufung bestimmt damit auch den Träger der Straßenbau- und Unterhaltungslast. Für die Gemeindestraßen ist die Gemeinde der Träger der Straßenbaulast. Sie hat deshalb nach ihrer Leistungsfähigkeit ihre Straßen in einem dem regelmäßigen Verkehrsbedürfnis genügenden Zustand zu bauen, zu unterhalten, zu erweitern oder sonst zu verbessern.

Straßensanierungsbedarfsplanung

Die Gemeinde ist damit für die bauliche Verkehrssicherheit auf den Gemeindestraßen zuständig. Sie muss regelmäßig den baulichen Zustand der ihrer Unterhaltungslast unterliegenden Verkehrswege prüfen, dokumentieren und nach Bedarf Unterhaltungs- oder Sanierungsmaßnahmen einleiten. Ein gut strukturiertes, regelmäßig fortzuschreibendes Konzept ermöglicht es der Gemeinde, Sanierungs- und Unterhaltungsbedarf frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen zu planen, Budgetmittel effektiv zu verwenden und die jährlichen Kosten besser als bisher zu kalkulieren. Man bezeichnet ein solches Konzept auch als Straßensanierungsbedarfsplan.

Die Gemeinde Kressbronn a. B. hat im Jahr 2026 erstmals die Straßensanierungsbedarfsplanung eingeführt. Nach der Straßensanierungsbedarfsplanung werden zunächst alle Straßen im Gemeindegebiet ihrem Umfang und ihren Gegebenheiten nach erfasst, der Straßenzustand dokumentiert, bewertet, priorisiert und daraus schließlich eine Sanierungsbedarfsplanung entwickelt.

 

Straßenzustandsbewertung

Für einen Straßensanierungsbedarfsplan benötigt man eine Straßenzustandsbewertung. Die Grundlage einer umfassenden Straßenzustandsbewertung wiederum ist die Erstellung einer Straßendatenbank bzw. eines Straßenkatasters, in der sämtliche relevante Daten zu den Straßenabschnitten erfasst sind. Die Straßendatenbank wird dabei als sogenanntes Knoten-Kanten-Modell erstellt, um eine eindeutige Zuordnung einzelner Straßenabschnitte zu erreichen. Die erfassten und den einzelnen Straßenabschnitten zugeordneten Daten umfassen die Abschnitts-ID, die Straßenklassifizierung, den Oberflächentyp, die Länge, die Breite und falls vorhanden den Straßennamen. Weitere ergänzende Informationen wie das Vorhandensein eines Gehwegs oder einer Markierung können sinnvoll sein.

Zur Erfassung sowie zur Bewertung des Straßennetzes in der Gemeinde Kressbronn a. B. wird das visuell-automatisierte System der Firma Vialytics verwendet. Bei dieser Art der Erfassung werden im Zuge einer Befahrung georeferenzierte Fotos oder Videos erstellt, die wiederum über Berechnungsprogramme mit entsprechend hinterlegten Algorithmen ausgewertet werden. Der Vorteil dieser Methode gegenüber der manuellen Erfassung ist die deutliche Zeit- und Kostenersparnis sowie ein objektives und meist auf anerkannten Standards beruhendes Bewertungsergebnis.

Kressbronn a. B. verfügt über ein weitreichendes Straßennetz, das ländliche und städtische Elemente umfasst. Das asphaltierte Straßennetz innerhalb der Gemarkungsgrenze umfasst ca. 90 km und ist nach dem Knoten-Kanten-Modell in ca. 760 Abschnitte einzuteilen. Davon sind etwa 71 Streckenkilometer oder 31 ha Straßenfläche als Gemeindestraßen in der Bau- und Unterhaltungslast der Gemeinde.

Die Straßenzustandsbewertung erfolgt ebenfalls durch eine visuell-automatisierte Zustandserfassung über das System Vialytics. Bei der Auswertung durch dieses System werden die zuvor im Zuge einer Befahrung alle 4 m gemachten Fotos mit Hilfe eines speziell entwickelten Algorithmus bewertet. Die Bewertung erfolgt nach den „Empfehlungen für das Erhaltungsmanagement von Innerortsstraßen“ (E-EMI-2012). Für die Auswertung teilt das System die erkannten Schäden auf die 15 Schadensklassen, gefüllte Risse, Einzelrisse, Risshäufungen, Netzrisse, aufgelegte Flickstellen, aufgesprühte Flickstellen, Schichtablösungen, Abplatzungen, Ausbrüche, Schlaglöcher, eingelegte Flickstellen, Randabbrüche, Kornausbrüche, offene Fugen und offene Nähte auf und wertet diese objektscharf aus. Jede einzelne der Schadensklassen bekommt eine individuelle Schadensnote, welche dann mithilfe festgelegter Gewichtungen zu einer Gesamtnote, der sogenannten Zustandsklasse (1 bis 5), zusammengeführt wird.

Priorisierung der sanierungsbedürftigen Straßenabschnitte

Die sanierungsbedürftigen Straßenabschnitte müssen sodann priorisiert werden. Dies erfolgt nach objektiven Kriterien. Berücksichtigt werden dabei der Zustand bzw. die Zustandsnote, stark befahrene Straßen, Anbindungen an öffentliche Einrichtungen sowie die Bedeutung der Straße für die Wirtschaft (Gewerbe, Tourismus, Landwirtschaft). Diese objektiven Kriterien

Auf der Grundlage der priorisierten Rangfolge werden die sanierungsbedürftigen Straßen dann von der Gemeinde entsprechend den vorhandenen finanziellen Mitteln der Gemeinde zur Sanierung angemeldet und die Sanierungsplanung eingeleitet.

Kontakt

Sachgebiet Öffentliche Straßen, Ver- und Entsorgung
Amt für Gemeindeentwicklung und Bauwesen
Gemeinde Kressbronn a. B.
Hauptstraße 19
88079 Kressbronn a. B.
07543 9662-36
tiefbau@kressbronn.de

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