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Historische Kabelhängebrücke

Die drittälteste Hängebrücke Deutschlands

Die historische Kabelhängebrücke über die Argen ist eine unter dem württembergischen König Wilhelm II. errichtete Straßenbrücke, die Kressbronn a. B. und Langenargen miteinander verbindet.

Die Konstruktion ist als technische Meisterleistung in der Brückenbaukunst seit jeher anerkannt und fasziniert noch heute in ihrer technischen wie optischen Wirkung als eine der ältesten Kabelhängebrücke Deutschlands.

  • Bauzeit: 1896 - 1897
  • Baukosten: 13.681 Mark
  • Gesamtlänge: 72 m
  • Breite: 6,2 m
  • Längste Stützweite: 72 m

Neben der historischen Kabelhängebrücke befindet sich seeseits die Spannbetonbrücke, die seit 1978 dem Verkehr übergeben wurde. Seit diesem Zeitpunkt dient die historische Kabelhängebrücke lediglich noch Fußgängern und Radfahrern. Die Brücke befindet sich im Eigentum des Landes Baden-Württemberg und ist in das Denkmalbuch eingetragen. Die Erhaltung von historischen Brücken ist ein besonderes Anliegen der Straßenbauverwaltung des Landes und sorgt so auch für dieses Baudenkmal am Bodensee. Neben der Erholung bietet die historische Kabelhängebrücke auch mannigfaltige Anziehungspunkte zur Verkehrsgeschichte. 

Eine kleine Brücke mit einer langen Geschichte

Wenn man um 1830 von Hemighofen oder Nonnenbach (heutiges Kressbronn) nach Langenargen wollte, war es längst nicht so einfach wie heute. Die Argen war damals noch nicht reguliert und hatte viele Nebenarme, die nach Schneeschmelzen und starken Sommerregen anschwollen. Um an das andere Flussufer zu gelangen, musste man ein Umweg über die Gießenbrücke machen. So ergab sich unter anderem auch die Notwendigkeit zwischen Langenargen und dem Kressbronner Teilort Gohren eine befahrbare Brücke zu bauen. Allerdings wurde die Brücke trotz Renovierungs- und Umbaumaßnahmen immer baufälliger. Man entschloss sich zum Bau einer neuen Brücke gleicher Konstruktion, welche jedoch im Jahr 1896 durch ein außergewöhnlich großes Hochwasser zerstört wurde. Die Brücke wurde vollständig weggerissen. Jedoch konnte das Holz größtenteils zur Herstellung einer Interimsbrücke verwendet werden. Zunächst ist ein Holzsteg hergestellt worden, um den Fußgängerverkehr zu vermitteln. Für den Neubau der Brücke mussten daher neue Überlegungen angestellt werden. Für die neu zu erstellende Brücke müssen Mittelstützen in den Fluss eingebaut werden. Es gab viele Untersuchungen des Baugrundes, sodass man die Wahl einer Eisenkonstruktion ins Auge fasste. Somit entstand in den Jahren 1896 und 1897 die Kabelhängebrücke zwischen Langenargen und Kressbronn am Bodensee. Die Bauakten sind schon vor einiger Zeit vernichtet worden und somit ist der Personenkreis, der beim Bau der Kabelhängebrücke beteiligt war, nur eingeschränkt bekannt. Den Bau der Brücke führte die Kgl. Straßenbauverwaltung aus, der Entwurf stammt von Präsident von Leibbrand, der Oberingenieur war Oberbaurat von Graner, die Bauleitung lag in den Händen des Baurats Hescheler und des Werkmeisters Waldmann. Entwurf und Ausführung des eisernen Oberbaus stammen von der Maschinenfabrik Esslingen. 

Funktion einer Hängebrücke

Viele Brückenbauer bezeichnen die Hängebrücke als "Königin der Brücken". Das liegt vor allem an der interessanten Konstruktion sowie auch das elegante Aussehen. Die Fahrbahnlast wird durch Hängestäbe auf die Kabel übertragen und die Zugkräfte im Kabel werden durch Pylone und Kabelverankerungen in die Erde abgeleitet. Die einzelnen Konstruktionselemente der Argenbrücke sind unter anderem ein Versteifungsträger, Fahrbahnträger, Tragseile, Tragpfeiler, Hängestäbe und Verankerungen.

Beschädigung in den Jahren 1944 und 1945

1944 versuchten die Alliierten mit einem Fliegereinsatz die Hängebrücke sowie die benachbarte Eisenbahnbrücke zu zerstören. Allerdings wurde bei der Hängebrücke nur einzelne Stellen der Seile durch Splitter aufgerissen. Die an diesen scharfkantigen Stellen der Seile später angebrachten Manschetten zeigen noch heute von dem großen Glücksfall des Überlebens der Argenbrücke in der Weihnachtsnacht 1944. Die eigene Wehrmacht hatte 1945 dann beschlossen die Brücke zu sprengen, um sie nicht in Feindeshand fallen zu lassen. Die Brücke wurde überall mit Zündkabeln und Päckchen von Sprengladungen versehen. Nähe der Brücke wohnte Albrecht Auer, welcher die Soldaten an der Brücke zu sich nach Hause zu einer ordentlichen Vesper einlud. In dieser Zeit haben andere Liebhaber der Brücke die Zeit genutzt alle Zündkabel wieder durchzuschneiden um damit eine Sprengung unmöglich zu machen. Die heutige Argenbrücke verdankt daher unter anderem Albrecht Auer ihr Überleben.

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Kontakt

Historische Kabelhängebrücke
Langenargener Straße
88079 Kressbronn am Bodensee
07543 96650
tourist-info@kressbronn.de

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