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Pressemitteilungen

Zukunft des Hallenbades

Gemeinde unterstützt bürgerschaftliches Engagement –
Finanzierung bleibt entscheidender Faktor

Der Kressbronner Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einen wichtigen Beschluss zur Zukunft des Hallenbads gefasst und dabei sowohl die finanzielle Lage der Gemeinde als auch das große bürgerschaftliche Engagement in den vergangenen Monaten berücksichtigt. In dem Beschluss bekennt sich der Gemeinderat grundsätzlich zur Notwendigkeit und dem Erhalt des Hallenbads. Das Hallenbad soll so lange im bisherigen Zustand weiter betrieben werden, wie die Verkehrssicherheit und eine gute Wasserqualität gewährleistet werden können. Gleichzeitig hat der Gemeinderat beschlossen, eine Sanierung des Hallenbads nur dann auf den Weg zu bringen, wenn die Finanzierung gesichert ist und mindestens 50 % der Kosten durch Spenden, Zuschüsse von Bund oder Land oder andere Zuweisungen gedeckt werden. Der finanzielle Anteil der Gemeinde wird dabei auf 50 % der Kosten bis maximal 5,0 Mio. Euro begrenzt. Bis spätestens zum 31. Dezember 2029 muss die Finanzierung verbindlich gesichert sein. Das Hallenbad bleibt daher im mittelfristigen Investitionsplan mit einem Deckungsvermerk bestehen, um bei passenden Förderprogrammen schnell reagieren zu können. Notwendige Planungsentwürfe für Förderanträge werden von der Gemeinde vorbereitet und erforderliche Mittel dafür bereitgestellt. Die Verkehrssicherheit des Bades wird weiterhin regelmäßig überprüft.

„Wir wollen ermöglichen, dass Kinder auch künftig bei uns schwimmen lernen können und das Bad allen Generationen zur Verfügung steht. Aber dies darf nicht auf Kosten unserer finanziellen Handlungsfähigkeit gehen, wir müssen das mit Augenmaß tun. Nicht nur die Investitionssumme muss gesichert sein, sondern auch die jährlichen Unterhalts- und Folgekosten. Deswegen kann die Gemeinde einen solchen Kraftakt nicht alleine stemmen“, betont Bürgermeister Daniel Enzensperger. Große Unterstützung erfährt die Gemeinde durch die Bürgerinitiative „Pro Hallenbad“, die sich nach Bekanntwerden der schwierigen Finanzlage gegründet hat. Zwischen Gemeinde, Gemeinderat und der Bürgerinitiative „Pro Hallenbad“ fand in den vergangenen Monaten ein enger Austausch statt. Die Initiative konnte viele Menschen in der Gemeinde mobilisieren, eine breite Unterstützung organisieren und schließlich einen Förderverein ins Leben rufen. Bürgermeister Enzensperger zeigt sich erfreut: „Es freut mich sehr zu sehen, wie viel das Hallenbad den Menschen bedeutet. Der Förderverein ist ein Beweis dafür, dass unsere Bürgerinnen und Bürger bereit sind, aktiv an der Zukunft unseres Hallenbades mitzuarbeiten. Es gab bereits tolle Aktionen im Naturstrandbad oder in Kooperation mit den örtlichen Schulen. Das ist bürgerschaftliches Engagement, wie man es sich nur wünschen kann. Die Gemeinde wird den Förderverein in jeder denkbaren Weise unterstützen. Gefragt sind nun vor allem aber auch alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Nutzerinnen und Nutzer des Hallenbades, mit einer großzügigen Spende an den Verein zur Sanierung und langfristigen Erhaltung des Bades beizutragen“. Gleichzeitig werde die Gemeinde alle Möglichkeiten prüfen, um mit möglichen Zuschussgebern auf Landes- und Bundesebene die Zukunft des Hallenbades zu sichern.

Hintergrund zum Beschluss des Gemeinderates
Das Hallenbad ist ein wichtiger Treffpunkt für Sport, Gesundheit und Schwimmausbildung. Nach über 50 Jahren Betriebszeit ist das Bad jedoch deutlich in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Angesichts knapper kommunaler Finanzen und anderer wichtiger Aufgaben war ursprünglich geplant, die im mittelfristigen Investitionsplan vorgesehenen Mittel zu streichen. Die Kostenschätzung für eine Sanierung des Hallenbades liegt mittlerweile bei rund 10 Mio. Euro – ohne Erweiterungen. Hinzu kämen jährliche Betriebskosten von etwa 1 Mio. Euro, die den Haushalt der Gemeinde dauerhaft belasten würden.

In den letzten Jahren hat die Gemeinde bereits mehrfach erfolglos versucht, Fördermittel über verschiedene Programme von Bund und Land zu erhalten. Lediglich über eine neue Schulbauförderung des Landes Baden-Württemberg bestehen aktuell theoretische Chancen auf bis zu 3 Mio. Euro Zuschuss. Selbst bei Ausschöpfung dieser Mittel bliebe eine erhebliche Finanzierungslücke, die nur durch Spenden und weitere Fördermittel geschlossen werden kann.

Um eine tragfähige Lösung zu finden, wurde die Entscheidung über das Hallenbad zunächst verschoben und stattdessen der offene Dialog mit der Bürgerschaft gesucht. Bei einer vielbeachteten Podiumsdiskussion unter Beteiligung der Bürgerinitiative „Pro Hallenbad“, des Gemeinderates und zahlreicher Vereine und Schulen wurde deutlich: Ein Hallenbad ist für Kressbronn a. B. wichtig, insbesondere für Schwimmunterricht und Breitensport. Die Gemeinde betont jedoch auch, dass bei den derzeitigen Haushaltszwängen keine Sanierung ohne breite finanzielle Unterstützung tragbar wäre. Die Gemeinde wird den Förderverein bei seinen Bemühungen um Spenden und Zuschüsse nach Kräften unterstützen und gleichzeitig weiter regelmäßig über den Zustand und die Betriebssicherheit des Hallenbads informieren.

Aktuelle Informationen stellt die Gemeinde Kressbronn a. B. auf ihrer Homepage unter www.kressbronn.de bereit. Die Bürgerinitiative „Pro Hallenbad“ informiert auf www.pro-hallenbad-kressbronn.de.

Pressemitteilung vom 30.07.2025