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#JugendRedetMit

#JugendRedetMit: Erste kommunalpolitische Podiumsdiskussion kommt an
 
Gemeinderatskandidaten stehen Kressbronner Schüler Rede und Antwort
 
Von Andy Heinrich
 
Die erste kommunalpolitische Podiumsdiskussion unter dem Motto „#JugendRedetMit“ am Donnerstagabend in der Aula der Parkschule Kressbronn haben rund 140 Interessierte Schüler und Erwachsene mit Spannung verfolgt. Dabei standen Gemeinderatskandidaten aller Fraktionen den Heranwachsenden in verschiedenen Themenbereichen Rede und Antwort. „Wir dürfen auf eine sehr informative und spannende Veranstaltung zurückblicken. Die Resonanz aber auch das Interesse seitens der Jugendlichen war klasse, vor allem wenn man bedenkt, dass der Abend komplett von Schülern geplant und durchgeführt wurde“, freute sich die Karin Wiech vom Amt für Kommunikation und Bürgerbeteiligung.
 
Am 26. Mai finden die Europa-, Kreis- und Gemeinderatswahlen statt. Grund genug für Kressbronner Jugendliche, sich im Rahmen einer selbst organisierten Podiumsdiskussion über die Vorstellungen, Ziele und Einstellungen zu verschiedenen Sachthemen aus erster Hand zu informieren. Eingeladen wurden neun Vertreter der einzelnen Fraktionen, dich sich 2019 in Kressbronn zur Wahl stellen. „Wir werden Ihnen heute auf den Zahn fühlen und versuchen, Antworten auf Themen zu finden, die uns in der Gemeinde besonders auf dem Herzen liegen. Heut haben wir die Möglichkeit, gehört zu werden“, betonten die beiden Moderatorinnen des Abends, Lena Glasbrenner und Sofia Willmann, nachdem die Schulbigband das Publikum klangvoll einstimmte.
 
Zuvor lobte Bürgermeister Daniel Enzensperger das Engagement und das Interesse der jungen Mitbürger an der Kommunalpolitik, was nicht selbstverständlich sei: „Es ist gut und wichtig, dass Ihr euch für ortspolitische Prozesse und Angelegenheiten einsetzt. Denn genau die Dinge, die heute entschieden werden, gestalten auch Eure Zukunft“, sagte der Schultes, bevor Rektor Reinhard Großmüller feststellte: „In Kressbronn redet die Jugend mit, das ist toll und hat Vorbildcharakter. Stellt aber nicht nur Fragen, sondern verschafft Euch Informationen, um sinnvoll und zielorientiert handeln zu können“.
 
Ein fehlendes Sicherheitsgefühl unter anderem aufgrund nicht eingeschalteter Straßenlaternen zu später Stunde, notwendige Umwelt- und Klimamaßnahmen vor Ort oder ein fehlender Jugendraum waren im Laufe des Abends die bestimmenden Themen. Dabei stellten die meisten Ratskandidaten fest, dass man die Anliegen der Jugendlichen sehr ernst nehmen müsse. „Mir war bis heute nicht bewusst, dass ihr Euch in Kressbronn abends auf den Straßen nicht sicher fühlt. Hier müssen wir eine Lösung finden“, stellte Britta Wagner (SPD) fest.
 
Zum Thema vermehrtes Müllaufkommen und fehlende Mülleimer äußerte sich Klaus Oelfken: „Müllvermeidung sollte vor Müllentsorgung stehen. Ein mehr an Mülleimer wird das Problem nicht lösen, im Gegenteil“. Diskutiert wurde zudem der Einsatz von Palmöl im Blockheizkraftwerk der Schule, wobei die Parteienvertreter den Einsatz von Holzpellets oder Rapsöl ebenso, wie die Installation von Solaranlagen oder den Betrieb von Blockheizkraftwerken als Alternative sahen. Man müsse wirtschaftliche Interessen mit ökologischen Interessen abwägen, sagte Markus Baum (BWV). In punkto fehlender Jugendtreff versicherte Klaus Klawitter (CDU), dass sich der Gemeinderat dem Thema angenommen habe und hier in Bälde eine Lösung angeboten werden. Weitere Anliegen waren die Verbesserung des ÖNPV ins Hinterland, das Deckenloch im Hallenbad, bezahlbarer Wohnraum sowie die Einrichtung eines öffentlichen Grillplatzes. Wer als Jugendlicher aus dem Publikum übrigens einen Beitrag leisten wollte, konnte auf einem freien Stuhl auf der Bühne Platz nehmen und sich äußern. „Das rege Interesse der vielen Zuhörer hat uns gezeigt, dass wir diese Form der Jugendbeteiligung fortsetzen sollten“, stellte Karin Wiech schließlich in ihrem Fazit fest. Zu fetzigen Rockklängen der heimischen Live-Band „Lautlos“, bei Snacks, Getränken und guten Gesprächen klang der Abend stimmig aus.