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Artenschutz

Gemeinderat spricht sich zum Volksbegehren „Artenschutz – Rettet die Bienen“ für eine einvernehmliche Lösung von Umweltschutz und Landwirtschaft aus: „Artenschutz geht uns alle an!“  

Der Gemeinderat der Gemeinde Kressbronn a. B. hat sich in seiner Sitzung vom 25. September 2019 dafür ausgesprochen, zum Volksbegehren „Artenschutz – Rettet die Bienen“ eine einvernehmliche Lösung zwischen Umweltschutz/Artenschutz und Landwirtschaft zu finden. Die Initiatoren des landesweiten Volksbegehrens mit dem Titel „Volksbegehren Artenschutz – Rettet die Bienen“ möchten eine Volksabstimmung über einen von ihnen vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Landesnaturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes durchführen.

Nach dem Gesetzentwurf wäre u. a. vorgesehen, Streuobstwiesen unter einen besonderen Schutz zu stellen, den Pestizideinsatz auch in Landschaftsschutzgebieten zu verbieten, den ökologischen Landbau bis 2025 auf 25 % und bis 2035 auf 50 % umzustellen. Bis 2025 solle außerdem der Pestizideinsatz um 50 % reduziert werden.  „Mit diesem Gesetz könnten fast 50 % unserer Gemarkungsfläche nicht mehr bewirtschaftet werden. Ich habe Sorge, dass die Landwirte in unserer Region dann nicht mehr überleben können. Diese Existenzängste müssen wir ernst nehmen. Ich habe auch Sorge, dass uns dann die Touristen wegbleiben. Gerade die Sonderkulturen in unserer Region ziehen den Tourismus an und machen den Bodenseekreis attraktiv. Der Artenschutz geht uns alle an – die Landwirte, wie auch die Verbraucher. Jeder braucht die Artenvielfalt, ein Umdenken zu deren Schutz muss stattfinden. Aber nur gemeinsam mit der Landwirtschaft kann eine gute Lösung gefunden werden, den Artenschutz zu fördern und die Artenvielfalt wie auch die Bauern zu retten“, betonte Bürgermeister Daniel Enzensperger.   Wie Gemeinderat Hubert Bernhard in der Sitzung erläuterte, werde das geplante Pestizidverbot das Ende der meisten landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde und der Region bedeuten. Ein massives Höfesterben, oft alt eingesessene Familienbetriebe, wäre die Folge und letztendlich eine erhebliche Steigerung des Imports landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus dem Ausland mit schlechterer Klimabilanz und vor allem höherem Pestizideinsatz als in Deutschland. Nur gemeinsam könne eine Lösung gefunden werden. Gerade deshalb sollten alle an einen Tisch. Man müsse die Landwirtschaft mit ins Boot nehmen und nicht gegen die Landwirtschaft handeln. Der Gemeinderat sprach sich in seiner Sitzung deshalb dafür aus, dass sich Umweltverbände und Bauernverbände an einen Tisch setzen und eine gemeinsame Lösung finden. Ebenfalls sprach sich der Gemeinderat dafür aus, dass über Für und Wider des Volksbegehrens intensiv informiert werden müsse, hier seien Bauernverbände wie auch die Umweltverbände in der Pflicht. Denn nur gut informierte Bürgerinnen und Bürger können eine Entscheidung treffen. Von den anwesenden Landwirten kam auch prompt die Zusage, eine Podiumsdiskussion zu organisieren. Die Gemeinde sagte hier ihre Unterstützung zu.  

Ausführlichere Informationen über das geplante Volksbegehren und die Resolution erhalten Sie im Bürgerinformationsportal der Gemeinde im Vorbericht zur Gemeinderatssitzung vom 25. September 2019.