Der Gemeinderat hat den Neubau eines zentralen Lagerplatzes im Bereich Linderhof beschlossen. Mit der Maßnahme sollen die Arbeitsabläufe des Bauhofs langfristig effizienter und die bislang dezentral verteilten Lagerflächen an einem Standort zusammengeführt werden.
„Unsere Bauhofmitarbeiter übernehmen täglich wichtige Aufgaben für unseren Ort – von der Pflege öffentlicher Anlagen über den Straßenunterhalt bis hin zum Winterdienst und der Unterstützung bei Veranstaltungen. Dafür benötigen sie funktionale und ausreichend große Lagerflächen sowie vernünftige Arbeitsvoraussetzungen“, betont Bürgermeister Daniel Enzensperger.
Bislang nutzt der Bauhof mehrere kleinere Lagerflächen im Gemeindegebiet, unter anderem hinter der Kläranlage, im Gewann „Im Loch“ sowie direkt auf dem Bauhofgelände. Zusätzlich wurde in den vergangenen Jahren der Strandbadparkplatz als einzig befestigte Fläche zeitweise als Lagerfläche für belastete Aushubmaterialien genutzt.
„Alle bisher genutzten Flächen sind wasser- und bodenschutzrechtlich nicht als Lagerflächen geeignet. Sie verfügen weder über eine rechtskonforme Entwässerung noch ist der jeweilige Grund vor Schadstoffeinträgen geschützt“, betont der Bürgermeister. Deshalb sei der Bau einer eigens dafür vorgesehenen Lagerfläche bereits aus ökologischen Gründen zwingend nötig. Die Hoffläche des Bauhofes würde eigentlich zu Arbeitszwecken gebraucht. Die Nutzung zu Lagerzwecken beeinträchtige den Betriebsablauf daher erheblich. Mit der Sanierung des Strandbadparkplatzes sei dieser nun auch als Lagermöglichkeit dauerhaft weggefallen.
Geplant ist nun die Zusammenführung aller bisherigen Lagerflächen auf einem rund 4.000 Quadratmeter großen gemeindeeigenen Grundstück im Bereich Linderhof. Vorgesehen sind unter anderem asphaltierte Lagerflächen, Schüttgutboxen, Stellflächen für Absetzmulden, die Unterbringung der Salzsilos für den Winterdienst sowie eine Einzäunung und Beleuchtung des Geländes. Bei der Planung wurde großer Wert auf den Umwelt- und Gewässerschutz gelegt. Gerade bei einem Lagerplatz dieser Art ist es wichtig, dass durch die Lagerung und Bewirtschaftung der Materialien keine Schäden für Umwelt und Natur entstehen. Deshalb sind unter anderem Maßnahmen zur Regenwasserbehandlung und eine geordnete Entwässerung über eine Versickerungsmulde vorgesehen.
Zur optimalen Auslastung der Flächen und zur teilweisen Gegenfinanzierung ist eine zeitweise Vermietung von Teilen der Lagerfläche an das Regionalwerk Bodensee sowie umliegende Gemeinden angedacht.
Die Gesamtinvestition beläuft sich nach aktueller Kostenschätzung auf rund 1,2 Millionen Euro. Aufgrund der Höhe der Kosten hatte der Gemeinderat die Planung zunächst zurückgestellt und eine genaue Prüfung möglicher Einsparungen verlangt. Daraufhin wurde eigens ein Arbeitskreis mit Vertretern aller Fraktionen, der Verwaltung, des Bauhofs sowie des Ingenieurbüros eingerichtet. Es wurden sämtliche denkbaren Einsparmöglichkeiten intensiv geprüft – darunter eine Verkleinerung der Fläche, alternative Befestigungen, günstigere Zaunlösungen oder Änderungen bei den Schüttgutlagern. Der Arbeitskreis kam jedoch zu dem Ergebnis, dass aus technischen Gründen entweder keine nennenswerten Einsparungen möglich wären oder diese zu erheblichen funktionalen Nachteilen und langfristig höheren Folgekosten führen würden. Insgesamt sind der Bau und die Unterhaltung eines eigenen Lagerplatzes langfristig auch günstiger als die Anmietung von Lagerflächen.
Die Ausschreibung der Bauleistungen ist für Sommer 2026 vorgesehen. Der Bau könnte anschließend im Herbst 2026 beginnen und im besten Fall noch dieses Jahr abgeschlossen werden.
Pressemitteilung vom 20.05.2026

