Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
der tödliche Messerangriff in der Flüchtlingsunterkunft am Sonntag hat mich zutiefst schockiert. Meine Gedanken sind bei den Opfern und deren Familien. Ich danke vor allem den Einsatz- und Rettungskräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst/DRK. Es ist entsetzlich, dass in unserer Gemeinde ein Mensch getötet und fünf weitere Menschen verletzt wurden. Ein solcher Vorfall inmitten unserer Gemeinde macht vielen Menschen Angst. Es drängt sich die Frage auf, wieso das passiert ist und was getan werden kann, um etwas so Schreckliches künftig zu verhindern. Der Tatverdächtige ist gefasst, die Polizei wird nun ausführlich ermitteln. Erst danach können entsprechende Schlüsse gezogen werden. Spekulationen, Verallgemeinerungen oder auch hetzerische Kommentare in sozialen Medien und an anderer Stelle sind nun völlig fehl am Platz und schaden nur. Mir ist es wichtig, dass man diese Tat nicht verallgemeinert und ein friedliches Miteinander mit den geflüchteten Menschen in unserer Gemeinde auch weiterhin lebt. Der überwiegende Anteil der geflüchteten Menschen in unserer Gemeinde ist gut integriert und verhält sich friedlich und kooperativ. Mit zu verdanken ist das sicherlich der guten Arbeit unserer für die Integration zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nach einer solchen Tat ist das Sicherheitsgefühl der Menschen beeinträchtigt, was nachvollziehbar ist. Es wird nun Aufgabe der Politik sein, sich dieses Themas anzunehmen. Mit dem Landratsamt Bodenseekreis, das für die Flüchtlingsunterkunft zuständig ist, sowie mit den Integrationsbeauftragen und der Polizei stehe ich daher in Kontakt. Für den Moment stehen aber die Opfer im Mittelpunkt unserer Gedanken und haben unser tiefes Mitgefühl.
Ihr
Daniel Enzensperger
Bürgermeister
Pressemitteilung vom 30.06.2022
