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Pressemitteilungen

Sommerinterview

Welche Projekte konnten im Jahr 2026 bislang abgeschlossen werden und was steht noch an?
Abgeschlossen werden konnten bisher die Sanierung von Bodanstraße im vierten Bauabschnitt, Strandbadparkplatz mit Festplatz sowie die Erneuerung des Stegs am Naturstrandbad. Das Kinder- und Familienzentrum, das Wohnhaus mit Gewerbeeinheit im Baugebiet Bachtobel sowie die neue Anschlussunterkunft im Baugebiet Moos I stehen kurz vor der Fertigstellung. Außerdem ist noch der Bau eines Lagerplatzes im Linderhof vorgesehen.

Wieso plant die Gemeinde ein neues Feuerwehrhaus und wie ist hier der aktuelle Stand?  
Unser Feuerwehrhaus ist zu klein geworden und genügt auch nicht mehr den technischen Anforderungen eines modernen Feuerwehrhauses. Da das Gebäude am alten Standort mangels Platzes nicht mehr erweitert werden konnte, mussten wir eine neue Fläche für die Feuerwehr finden. Es hat sich relativ schnell gezeigt, dass das Baugebiet Bachtobel geostrategisch sogar noch besser liegt als die Säntisstraße und wir dort auch eine doppelt so große Fläche zur Verfügung haben. Aus diesem Grund haben wir schon bei der Planung des Baugebietes Bachtobel die Feuerwehr mitberücksichtigt. Inzwischen sind wir nun auch in die Planungen für das Gebäude eingestiegen. Vorgesehen sind 12 Fahrzeugboxen, die Garage wäre damit doppelt so groß wie die bisherige. Heutzutage muss man zudem auf eine Trennung der schwarzen (dreckigen) und weißen (sauberen) Bereiche achten. Wir benötigen auch getrennte Sanitärräume für Frauen und Männer sowie mehr Platz für die Spinde und den Versammlungsraum. An Lagermöglichkeiten fehlt es uns im alten Feuerwehrhaus ebenfalls. Da bei der vorgesehenen Größenordnung des Gebäudes die vergabe- und honorarrechtlichen Schwellenwerte überschritten werden, benötigen wir einen Realisierungswettbewerb. Dieser ist inzwischen angelaufen, die Architekturbüros befinden sich derzeit in der Ausarbeitung ihrer Entwürfe. Am 23. Oktober 2026 wird das Preisgericht tagen und einen Sieger küren. Auf dieser Grundlage wird dann weitergeplant. Wahrscheinlich könnte Anfang 2029 mit dem Bau begonnen und dieser 2030 oder 2031 abgeschlossen werden.

Was für ein Gebäude entsteht am Bachtobelplatz neben dem Kinder- und Familienzentrum?
Entlang der Friedrichshafener Straße entstehen derzeit zwei größere Gebäude, beide sind kurz vor der Fertigstellung. Das große Gebäude direkt an der Straße ist das neue Kinder- und Familienzentrum. Es beheimatet künftig eine fünfgruppige Kinderbetreuungseinrichtung, den Familientreff, im Untergeschoss das Gemeindearchiv und in den zwei Obergeschossen insgesamt zwölf kommunale Mietwohnungen unterschiedlicher Größe. Die Einweihung des Kinder- und Familienzentrums ist am 25. September und am 26. September ist dort ein Tag der offenen Tür. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen.

Direkt daneben befindet sich ein ebenfalls viergeschossiges Gebäude, das jedoch von der Straße abgesetzt ist. Zur Straße hin entsteht ein kleiner öffentlicher Platz. Das Wohnhaus mit Gewerbeeinheit wird ebenfalls von der Gemeinde errichtet. Es vereint 15 kommunale Zwei-Zimmer-Wohnungen sowie eine Gewerbeeinheit im Erdgeschoss. In die Gewerbeeinheit wird ein Café/Bistro einziehen, einen Pächter haben wir bereits gefunden. Geplant ist eine Tagesgastronomie mit saisonaler und regionaler Küche. Insgesamt schafft die Gemeinde mit den beiden Gebäuden also 27 weitere kommunale Mietwohnungen. Damit wollen wir dem Wohnraummangel entgegenwirken. Bei der Vergabe der Wohnungen finden wie immer Kriterien Anwendung, welche die Kressbronnerinnen und Kressbronner bevorzugt berücksichtigen.

Wie entwickeln sich die Baugebiete der Gemeinde und wo ist das nächste Baugebiet geplant?
Aktuell sind gerade zwei Baugebiete in der Umsetzung. Das Baugebiet Bachtobel und das Baugebiet Moos I. Das Baugebiet Bachtobel zwischen der Friedrichshafener und Tettnanger Straße ist schon ziemlich weit fortgeschritten. Die Erschließung ist fertig, die kommunalen Gebäude sind fast errichtet, die privaten Bauplätze sind alle vergeben und teilweise sind auch schon die ersten Familien in die neugebauten Häuser eingezogen. Die Sparkasse Bodensee baut darüber hinaus im Baugebiet Mietwohngebäude mit insgesamt 80 Wohneinheiten. Mit der Fertigstellung ist 2027 zu rechnen. Im Baugebiet Moos I ist die Erschließung ebenfalls schon erledigt. Die Anschlussunterkunft für Flüchtlinge befindet sich kurz vor der Fertigstellung. Zahlreiche Bauplätze sind bereits vergeben. Auch dieses Baugebiet schreitet in der Umsetzung daher schnell voran. Als nächstes Baugebiet ist eine Abrundung des Teilortes Betznau entlang des Sebastianweges und der Betzhofer Halde mit etwa 16 Bauplätzen sowie einem Spielplatz und einer Fläche für ein kommunales Mietwohngebäude geplant. Die Flächen hierzu hat die Gemeinde bereits erworben. Das Verfahren soll Ende des Jahres eingeleitet werden. Mit einer Vergabe der Bauplätze ist wahrscheinlich frühestens 2029 zu rechnen.

Einige Kinderspielplätze der Gemeinde sind nicht mehr besonders attraktiv, was unternimmt die Gemeinde dagegen?
Das stimmt, das sehe ich auch so. Die Gemeinde verfügt aktuell über vier Kinderspielplätze: am Rathaus, im Künstlereck (altes Gemeindebad), im Schlupfenbuch und im Baugebiet Bachtobel. Der Spielplatz im Baugebiet Bachtobel ist brandneu und daher natürlich in einem sehr guten und modernen Zustand. Die Kinderspielplätze am Rathaus, im Künstlereck und im Schlupfenbuch sind hingegen schon zwanzig Jahre oder älter. Sie sind teilweise abgenutzt und nicht mehr besonders attraktiv. Das möchte ich gerne ändern und diese Spielplätze sanieren. Wir haben mit den Planungen dazu bereits begonnen. In einer Bürgerbeteiligung soll mit den Eltern, Kindern und Bürgern in den nächsten Monaten ausgearbeitet werden, was den Nutzern wichtig ist. Auf dieser Grundlage wollen wir dann eine Modernisierung planen und dem Gemeinderat im nächsten Jahr zur Ausführung vorschlagen.

Wie steht es um den Glasfaserausbau in der Gemeinde?
Der kommunale Glasfaserausbau in den Teilorten und Weilern ist inzwischen weit fortgeschritten. Die Glasfasertrassen sind fast überall gelegt und die Kabel von der TeleData als Pächter der Kabel in Betrieb genommen. Wer dort also schnelles Internet will, sollte sich mit der TeleData als Internetprovider in Verbindung setzen und entsprechende Verträge abschließen. Der Kernort war bislang gut versorgt. Aus diesem Grund erfolgten hier auch keinerlei Maßnahmen der Gemeinde. Förderungen von Bund und Land gibt es sowieso nur dann, wenn eine Unterversorgung vorliegt. Im Jahr 2024 hatte sich allerdings mit der Unsere Grüne Glasfaser GmbH (UGG) eine private Gesellschaft gemeldet, dessen Eigentümer die Telefónica und Allianz AG sind. Sie wollten den Glasfaserausbau im Kernort auf eigene Kosten durchführen. Wir sahen damals kein finanzielles Risiko für die Gemeinde und unterstützten das Vorhaben. Nach dem Telekommunikationsgesetz hätte der Anbieter das nämlich theoretisch auch ohne unser Einverständnis dürfen. Vor wenigen Monaten hat sich nun jedoch herausgestellt, dass die UGG den Glasfaserausbau in unserer Gemeinde doch nicht vornehmen wird. Ihr scheint relativ schnell das Geld ausgegangen zu sein, weshalb sie sich strategisch auf andere Orte konzentrieren wollte. Für uns als Gemeinde war das immer eine Option, mit der wir rechnen mussten. Wir haben dadurch nun praktisch auch nichts verloren. Wir stehen wieder an dem Punkt, dass wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie unser Kernort langfristig ebenfalls mit Glasfaser ausgebaut wird. Das stellt sich derzeit wegen der eher guten Versorgungslage noch schwierig dar. Wir bleiben an der Sache aber natürlich dran.

Was macht die Gemeinde, um den Ort noch schöner zu gestalten?
Grundsätzlich sind wir immer darum bemüht, den Ort schöner zu gestalten. In der Vergangenheit haben wir daher zahleiche kleinere Plätze attraktiver gestaltet. Aber nicht nur baulich kann man etwas zur Verbesserung des Ortsbildes tun. Wichtig finde ich auch die dekorative Gestaltung. Hierfür sind vor allem unsere Gärtnerinnen und Gärtner im Bauhof verantwortlich. Diese bemühen sich sehr um den Ort und haben gerade in diesem Jahr mal etwas Neues ausprobiert. Besonders für die Blumengestaltung im Schlösslepark haben wir sehr viel Lob erhalten. Das freut uns natürlich, wenn das auch gesehen wird. Ich empfehle generell mal durch den Ort mit offenen Augen zu gehen. Erst dann bemerkt man, was unser Bauhof für den Ort leistet. Ich hoffe, es ist auch aufgefallen, dass es viel sauberer ist als früher. Täglich kämpfen wir mit der Vermüllung unserer Straßen. Ein Minijobber sorgt inzwischen erfolgreich dafür, dass der Müll auf der Straße entfernt wird. Auch Graffitis, Aufkleber und andere Verunstaltungen werden von uns schnellstmöglich weggemacht. Ärgerlich ist, dass das eigentlich alles nicht sein müsste. Ich würde mir wünschen, dass mit dem Eigentum der Allgemeinheit sorgfältiger umgegangen wird. Aber sich nur darüber zu ärgern bringt nichts. Wir handeln deshalb und sorgen dafür, dass unser Ort schön bleibt und schöner wird.

Wie steht es um die Personalsituation in der Gemeinde, sind alle Stellen besetzt und ist die Gemeinde ein attraktiver Arbeitgeber?
Gut. Wir sind aktuell nahezu vollbesetzt. Das war in den letzten Jahren kaum der Fall. Bei über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und als zweitgrößter Arbeitgeber in der Gemeinde ist das nicht so einfach. Hängt aber natürlich auch mit den aktuellen Gegebenheiten zusammen. Wenn die freie Wirtschaft schwächelt, kommen die Menschen wieder in den öffentlichen Dienst. Bei uns sind zwar die Verdienstmöglichkeiten begrenzt, aber man hat einen nahezu unkündbaren und sicheren Arbeitsplatz. Wenn man zum Beispiel einen Kredit für sein Haus abbezahlen will, ist das von Vorteil. Außerdem sind die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders gut. Lange Zeit hatten wir auch Schwierigkeiten, pädagogisches Personal für unsere Betreuungseinrichtungen zu finden. Inzwischen sind die Kinderzahlen etwas rückläufig, damit sinkt dann auch der Personalbedarf. Glücklicherweise hat der Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich bei uns nie zu Gruppenschließungen geführt, wie dies in anderen Gemeinden der Fall war. Das hing auch mit der von mir vorgegebenen Einstellungsstrategie zusammen. Wir hatten ein paar unbesetzte Stellen in der Verwaltung und damit bei den Personalkosten etwas Luft. Ich konnte deshalb anordnen, dass wir nicht stellenbezogen pädagogisches Personal eingestellt haben. Wir haben stattdessen übergreifend pädagogische Fachkräfte für unsere Einrichtungen gesucht und alle eingestellt, die uns geeignet erschienen. Im Bereich der Kinderbetreuung gibt es leider eine relativ hohe natürliche Fluktuation durch Teilzeit, Schwangerschaften/Elternzeit und Ruhestand. Das kann auch mal sehr schnell gehen, weil Erzieherinnen bei Feststellung einer Schwangerschaft sofort zu deren Schutz ein Tätigkeitsverbot ausgesprochen werden sollte. Durch unsere Einstellungsstrategie hatten wir dann zwar auch gelegentlich einen Überhang bei den pädagogischen Fachkräften, der sich aber immer wieder schnell abgebaut hat. Abgesehen von der Kinderbetreuung haben wir derzeit eine eher geringe Fluktuation. Deshalb würde ich feststellen, dass die Personalsituation gut ist und wir ein attraktiver Arbeitgeber sind.

Im Jahr 2019 hat der Gemeinderat eine Agenda-Kressbronn-2030 beschlossen. Im Jahr 2026 nähern wir uns nun so langsam dem Zieldatum. Wie ist der Umsetzungsstand und wird es eine Agenda 2040 geben?
Mit der Umsetzung der Agenda-Kressbronn-2030 sieht es aktuell ganz gut aus. Wir haben den Zielekatalog im Jahr 2019 ausgearbeitet, in einer Einwohnerversammlung mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert und anschließend im Gemeinderat verabschiedet. In der Agenda, die übrigens im Internet einsehbar ist, finden sich unter anderem Projekte wie Neubau von Räumen für das Gemeindearchiv, Modernisierung des Fußgängerwegeleitsystems, Erweiterung und Sanierung des Bildungszentrums Parkschule, Neubau einer fünfgruppigen Kinderbetreuungseinrichtung im Bachtobel, Wiederbelebung des Jugendraums Cube und Schaffung einer Jugendarbeiterstelle, Neugestaltung und Modernisierung des Naturstrandbads, Sanierung der denkmalgeschützten Hallen der ehemaligen Bodan-Werft, Anlegung eines Bodan-Platzes, Sanierung des Strandbadparkplatzes und der Bodanstraße, Neugestaltung und Erweiterung des Gemeindefriedhofs, Schaffung eines neuen Baugebietes Bachtobel, Einführung des neuen kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens, Einführung der Echt-Bodensee-Card, Schaffung von weiteren Mietwohnungen, Ausbau des Glasfasernetzes, der Videoüberwachung im öffentlichen Raum und der Straßenbeleuchtung, Sanierung der Schultoiletten in der Nonnenbachschule. Alle diese Projekte wurden inzwischen umgesetzt oder befinden sich bereits sehr weit in der Realisierung. In den nächsten drei Jahren werden hoffentlich noch die angedachten Projekte wie die Sanierung des Spielplatzes am Rathaus, der Neubau des Feuerwehrhauses oder auch die Neugestaltung der Freianlagen an der Parkschule umgesetzt. Einige Projekte konnten wir jedoch bislang nicht in Angriff nehmen und dafür sieht es wahrscheinlich auch die kommenden Jahre bis 2030 eher schwierig aus. Dazu gehören die Sanierung von Parkturnhalle, Hallenbad und Außensportanlage, die Anlegung einer 400-m-Bahn, eine Sanierung des Schlössles sowie eine Erweiterung des Kapellenhofes. Es bleibt also noch viel zu tun. Auch wenn die finanzielle Lage sich zunehmend zuspitzt, braucht unsere Gemeinde eine klare Entwicklungsperspektive. Deshalb werde ich dem Gemeinderat vorschlagen, die Agenda-Kressbronn-2030 mit einer Kressbronner-Agenda-2040 fortzuschreiben.

Sie sind nun in der Mitte Ihrer zweiten Amtszeit, die im Herbst 2030 endet. Werden Sie für eine dritte Amtszeit antreten?
Die Jahre vergehen gefühlt wie im Flug. Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich im Dezember bereits seit zwölf Jahren Bürgermeister von Kressbronn a. B. bin. Mir macht meine Arbeit nach wie vor viel Spaß und wir können trotz einer schwieriger werdenden Finanzlage immer noch einiges gestalten und bewirken. Das sieht man auch an den zahlreichen Projekten, die wir in diesem Jahr wieder fertigstellen konnten. Möglich ist das übrigens nur, weil unsere Gemeinde und ich als Bürgermeister auf hervorragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen können. Bis zur nächsten Bürgermeisterwahl sind es noch vier Jahre. Das ist eine lange Zeit. Ich halte es hier wie die meisten meiner Bürgermeisterkollegen. Meine Entscheidung, ob ich bei der Bürgermeisterwahl 2030 erneut antreten werde oder nicht, gebe ich frühestens Anfang 2030 bekannt.

Pressemitteilung vom 17.09.2026