Nostalgiekino mit großem Besucherzuspruch
Mit insgesamt knapp 300 Besucherinnen und Besuchern wurde das Nostalgiekino am 10. und 11. Juli zu einem besonderen Abschied für den ehemaligen Kinosaal in Kressbronn a. B. Bevor das Gebäude in naher Zukunft einem Neubau weichen soll, flimmerten noch einmal vier Filmklassiker der 1950er und 1960er Jahre über die Leinwand und ließen die Atmosphäre vergangener Kinotage lebendig werden.
Einst war das Kino ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Kressbronn a. B. Hier traf man sich, um gemeinsam Filme zu erleben. Mit dem Siegeszug des Fernsehens endete diese Ära, später wurde das Gebäude als Getränkemarkt genutzt. Heute erinnert nur noch der verblasste Schriftzug „Lichtspieltheater“ an der Fassade an die bewegte Geschichte des Hauses.
Umso schöner war es, dass das ehemalige Kino noch ein letztes Mal seiner ursprünglichen Bestimmung dienen durfte. Das Nostalgiekino wurde kurzfristig in das landesweite Projekt „Leerstand vor Ort als Chance für Kultur“ aufgenommen. Gemeinsam mit dem Kinomobil Baden-Württemberg und dem Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat konnte damit eindrucksvoll gezeigt werden, welches kulturelle Potenzial auch in leerstehenden Gebäuden steckt. Dank dieser Förderung war der Eintritt an beiden Veranstaltungstagen frei.
Die Besucherzahlen zeigten das große Interesse an dem besonderen Veranstaltungsformat. Zum Kinoklassiker „Die Fischerin vom Bodensee“ kamen knapp 150 Interessierte und waren begeistert von den Szenen und Geschichten aus der alten Zeit am Bodensee.
Die besondere Bedeutung des Kinos als Ort des gemeinsamen Erlebens war an beiden Tagen deutlich spürbar. Während Filme heute jederzeit gestreamt werden können, bleibt das gemeinsame Kinoerlebnis etwas Besonderes: gemeinsam lachen, gemeinsam mitfiebern und sich ganz bewusst auf einen Film einlassen verbindet alle Generationen.
Großen Anklang fand auch die Vorführung mit originaler Analogtechnik. Die Delegation des Kinomobils Baden-Württemberg, insbesondere der Filmvorführer, begeisterte das Publikum nicht nur mit der professionellen Vorführung der historischen Filmrollen, sondern erklärte interessierten kleinen und großen Gästen anschaulich die Technik hinter dem klassischen Kino. Selbst kleinere Filmrisse, verursacht durch die altersbedingten Verschleißspuren der Originalkopien, wurden routiniert behoben und Filmrollen in Rekordzeit gewechselt – all das machte den Charme einer analogen Filmvorführung unmittelbar erlebbar.
Popcorn und Chips durften natürlich nicht fehlen, das Team von KTEP verkaufte die Snacks auf Spendenbasis. Dabei kamen insgesamt knapp 1.300 Euro zusammen. Besonders erfreulich war die Ankündigung von Manfred Löffler, Inhaber des gleichnamigen Bauunternehmens und Eigentümer des Gebäudes, diesen Betrag durch eine private Spende aufzustocken. Ihm war es zu verdanken, dass das Kinoprojekt überhaupt umgesetzt werden konnte. Er stellte den ehemaligen Kinosaal unkompliziert für diese außergewöhnliche Veranstaltungsreihe zur Verfügung und ermöglichte damit einen würdigen Abschied von diesem geschichtsträchtigen Ort.
Ebenso herzlich bedankt sich das Amt für Tourismus, Kultur und Marketing als Veranstalter beim örtlichen Bauhof der Gemeinde für die tatkräftige Unterstützung, beim „Seestüble“ für die Bereitstellung von Sanitäranlagen, Strom und den Getränkeservice, beim engagierten Team von KTEP, das sich um das kulinarische Angebot kümmerte und bei Familie Kugel vom „Engel“.
Die große Resonanz der Besucherinnen und Besucher hat gezeigt: Auch Jahrzehnte nach der Schließung besitzt dieser Ort noch immer eine besondere emotionale Bedeutung. Für zwei Abende wurde das Lichtspieltheater Engel noch einmal zu dem, was er einst war – ein Treffpunkt für gemeinsames Erleben, große Geschichten und die zeitlose Magie des Kinos. Ein schönerer Abschied hätte diesem besonderen Ort kaum bereitet werden können.
Pressemitteilung vom 17.07.2026


