Was am vergangenen Samstag in der Festhalle zu erleben war, ging weit über ein gewöhnliches Jugendkonzert hinaus. Die Jugendmusikschule präsentierte mit der Bläserklasse der Nonnenbachschule, dem Spielkreis und der Jugendkapelle einen Konzertabend, der vor allem eines zeigte: Begeisterung, Mut und ganz viel Herzblut.
Den Auftakt machte die Bläserklasse – und schon hier wurde klar, wie viel Engagement in den jungen Musikerinnen und Musikern steckt. Mit Stücken wie „Mit dem Strom“, „Warme Semmel“, „Hänschen klein“ und „Au clair de la lune“ bewiesen die Nachwuchstalente ihr Können. Die jungen Musikerinnen und Musiker erlernen seit Oktober ihr Instrument und proben erst seit Februar zusammen im Orchester. Umso erstaunlicher waren die Souveränität und Spielfreude der Jüngsten, die sich spürbar auf die Zuhörer übertrug und dem Publikum ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass die Besucher eine Zugabe von den Kleinsten forderten und diese mit einer “Melodie von Mozart” gewährt wurde.
Der Spielkreis der Jugendmusikschule Kressbronn a. B. knüpfte daran mit viel Schwung an. Titel wie „Havana“, „Just Dance“ und „Happy“ sorgten für mitwippende Füße und gute Laune im Saal. Besonders die Zugabe „We Will Rock You“ brachte das Publikum zum Mitklatschen. Hier zeigte sich, wie Musik verbinden kann – mitreißend, lebendig und voller Energie. Souverän führten die jungen Musikerinnen und Musiker durch das Programm und moderierten mit viel Charme die Stücke des Spielkreises. Markus Thaler, der Leiter der Musikschule Kressbronn a. B. und Dirigent der Orchester, bedankte sich an dieser Stelle noch herzlich beim Förderverein für den unermüdlichen Einsatz rund um die finanziellen Belange der Musikschule. In diesem Jahr hatte der Förderverein die neuen Spielkreis-T-Shirts spendiert.
Ein besonderer Moment entstand, als Spielkreis und Jugendkapelle gemeinsam „Cloudius der Wolkenmann“ präsentierten – ein klangvolles Zusammenspiel, das eindrucksvoll zeigte, wie gut die verschiedenen Gruppen miteinander harmonieren können.
Nach dem gemeinsamen Auftritt wurden Musikerinnen und Musiker für die abgelegten Bläserprüfungen des Blasmusikverbands geehrt. Durchgeführt wurden die Ehrungen von Dirigent Markus Thaler und den Mitgliedern des Vorstandes des Musikvereins Kressbronn a. B. Sebastian Reuthe und Annika Klotzbücher.
Nach diesem gelungenen ersten Teil übernahm die Jugendkapelle die Bühne – und setzte noch einmal neue Akzente. Besonders war in diesem Jahr der Besuch aus Ungarn: Zwölf Musikerinnen und Musiker aus Emöd (die Seepost berichtete) unterstützten die Jugendkapelle beim Konzert und waren eine Woche zu Besuch. Dass sie sich nach nur einer Generalprobe so harmonisch ins Orchester einfügten, verdient höchsten Respekt und unterstreicht die verbindende Kraft der Musik. Der Musikschulleiter und der Förderverein der Musikschule bedankten sich für den harmonischen Austausch und unterstrichen, dass Musik ein großartiger Mediator zwischen zwei Nationen sein kann und sogar sprachliche Barrieren überwindet. Als Andenken und Dankeschön wurden allen ungarischen Teilnehmenden Kressbronner Stofftaschen mit Brotzeitbrettchen überreicht.
Musikalisch gelang mit „Lord Tullamore“ ein präziser und beeindruckend sicherer Vortrag, dem die Jugendkapelle einem Erwachsenenorchester in nichts nachstand. Die Schwierigkeiten und Herausforderungen des Oberstufenstücks wurden mit Bravour gemeistert und gelangten zu einem beeindruckenden Vortrag. Emotional wurde es bei „James” von Ben Haemhouts. Michael Heumesser glänzte mit einem gefühlvollen Trompetensolo als Solist und sorgte für einen weiteren Gänsehautmoment des Abends.
Nach der Pause ging es klanggewaltig weiter: „Concerto d’amore“ von Jakob de Haan überzeugte mit musikalischer Tiefe, während die Filmmusik zu „How to Train Your Dragon“ die Fantasie beflügelte. Spätestens bei „The Ultimate ’80s Party Hits“ war die Begeisterung im Saal deutlich spürbar. Ein echtes Highlight folgte mit dem Medley der Sportfreunde Stiller – arrangiert vom Trompeter der Jugendkapelle Tim Kuttenberger. Hier wurde nicht nur gespielt, sondern auch kreativ gestaltet.
Der offizielle Abschluss mit „Who Wants to Live Forever“ sorgte für einen emotionalen Ausklang – getragen, intensiv und überraschend reif interpretiert. Doch das Publikum ließ die jungen Musikerinnen und Musiker nicht ohne Zugaben gehen: Mit „Golden“ und „Never Enough“ aus The Greatest Showman bewiesen sie noch einmal ihre Vielseitigkeit.
Am Ende hielt es niemanden mehr auf den Sitzen – stehende Ovationen für rund 75 Musikerinnen und Musiker, die gemeinsam ein beeindruckendes Klangbild geschaffen und für einen unterhaltsamen Konzertabend gesorgt hatten, der wie im Flug vergangen war.
So bleibt ein Konzertabend in Erinnerung, der vielleicht nicht in jeder Sekunde perfekt war – aber gerade deshalb so ehrlich, lebendig und berührend. Ein Abend, der gezeigt hat, wie viel Potenzial, Leidenschaft und Freude in der musikalischen Jugendarbeit der Musikschule Kressbronn a. B. steckt.
Pressemitteilung vom 25.03.2026


