Volltextsuche

>

Aktuell

Neues Kommunales Haushaltsrecht

Bis 2020 ist es für alle Gemeinden in Baden-Württemberg gemäß der Gemeinde-haushaltsverordnung Pflicht, auf das Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR) umzustellen. Am 24. Juni 2015 beschloss der Gemeinderat die Umstellung zum 1. Januar 2018. Hierbei wird die bisherige kamerale Struktur mit Ein- und Auszahlungen auf die kommunal-doppische Struktur, welche mit der kaufmännischen Buchführung vergleichbar ist, übergeleitet. Der bisherige Haushalt, bestehend aus Verwaltungs- und Vermögenshaushalt, wird im NKHR anders dargestellt. Der neue Haushalt gliedert sich in drei Bereiche: Bilanz (Vermögensrechnung), Finanzhaushalt, Ergebnishaushalt.
Seit über zwei Jahren arbeitet das Amt für Gemeindefinanzen (Kämmerei) der Gemeinde Kressbronn a. B. an der Umstellung auf das NKHR. Insgesamt ist das Projekt in fünf Teilprojekte gegliedert: Vermögensbewertung, Produkte des kommunal-doppischen Haushalts, Bewirtschaftung mit Kasse, Qualifikation und Software. Die Vermögensbewertung benötigte hierbei die größten zeitlichen und personellen Ressourcen. Sie erforderte sehr viel Detailarbeit, deshalb wurde die Verwaltung im Zeitraum Mitte Juli bis Oktober 2016 von Studierenden der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg unterstützt, die das Projekt als Teil ihres Vertiefungspraktikums nutzten. Die Studenten erfassten und bewerteten den Großteil des Anlagevermögens, wie Grundstücke, Gebäude, Straßen, bewegliche Vermögensgegenstände, technische Geräte u. ä.
Durch die Umstellung wird die öffentliche Buchführung vollständig neu strukturiert. Neu ist unter anderem die produktorientierte Sichtweise, die den Ressourcenverbrauch beinhaltet, welcher bei der Kameralistik bisher nicht oder nur zum Teil berücksichtigt wurde. Beispielsweise ist in der kommunalen Doppik ein grundlegender Faktor die Erwirtschaftung der Abschreibungen im Ergebnishaushalt. Personelle Stellenwechsel während der Umstellungsperiode, die zeitliche Inanspruchnahme durch das laufende Tagesgeschäft und andere Gemeindeprojekte erschwerten die Umstellung auf die kommunale Doppik.
An dieser Stelle sei daher den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kämmerei ganz besonders gedankt. In unzähligen Stunden mussten diese das neue Haushaltsrecht erlernen und die dafür notwendigen Umstellungsarbeiten vornehmen. Überstunden gehörten hier zur Regel. Hervorzuheben sind dabei Kämmerer Matthias Käppeler und die stellvertretende Kämmerin Tamara Hüttner. 
  

Gemeindeverwaltung Kressbronn a. B.