Volltextsuche

>

Gäste Aktuell

Museum für "Historische Schiffsmodelle"

Das Schifffahrtsmuseum hat die Pforten wieder geöffnet

Seit 1. April hat das Schifffahrtsmuseum in Kressbronn seine Pforten wieder für Gäste geöffnet. Gründer Ivan Trtanj stellt nun bereits im neunten Jahr handgeschnitzte Schiffsmodelle aus unterschiedlichen Epochen aus. Neben den 15 aktuellen Ausstellungsobjekten arbeitet er im Moment an einem weiteren „Schmuckstück“.

„Für ein Modell brauche ich ungefähr eineinhalb bis zwei Jahre“, sagt Ivan Trtanj, Begründer des Schifffahrtsmuseum in Kressbronn. Betrachtet man die detailgetreuen Werke, lässt sich nur erahnen, wie viel Arbeit für ihn hinter jedem einzelnen Ausstellungsstück steckt. Arbeit, die für den selbsternannten Idealisten aber Freude und Lebenswerk zugleich ist. „So lange ich lebe, werde ich für diese Sache und meine Arbeit hier kämpfen“, sagt Trtanj.

Märchenschiff entsteht

Dennoch sieht Ivan Trtanj, der vor 42 Jahren nach Kressbronn gekommen war, die Entwicklung des Museums positiv. „Es ist zwar sehr schwer, Werbung zu machen, aber dennoch können wir zufrieden sein.“ Mit wir meint Trtanj ihn und seine Frau Elisabeth, die als Museumsbetreiberin „das Licht an und ausmacht“ wie Ivan Trtanj mit einem Lächeln bestätigt. Er selbst kümmert sich währenddessen um angemeldete Führungen durch die Ausstellungsräume sowie um sein aktuelles Projekt.

„Derzeit arbeite ich an einem Märchenschiff von König Ludwig“, sagt Trtanj. Vorlage für seine Schnitzerei ist hierbei -- wie sonst auch -- ein Gemälde. „Das Schiff war offenbar von König Ludwig damals für den Chiemsee geplant, wurde aber nicht mehr in Auftrag gegeben“, erklärt er. Wie lange er noch daran zu arbeiten habe, könne er nicht abschätzen. Sobald das Märchenschiff aber fertig ist, wird es im Museum ausgestellt.

Zwei neugewonnene Kupferstiche aus dem Jahr 1790 und vom Anfang des 19. Jahrhunderts möchte Trtanj ebenfalls bald ausstellen. „Die sind qualitativ hochwertig und müssen dementsprechend angemessen gerahmt werden“, so Trtanj. Hierfür sucht der gelernte Schiffschmied derzeit Sponsoren. Bei einem der beiden Gemälde handelt es sich um eine Abbildung der Stadt Lindau um das Jahr 1800.

Der Start ins neue Jahr war für das Ehepaar Trtanj übrigens positiv. „Mit den Osterfeiertagen können wir im Vergleich zum Vorjahr sehr zufrieden sein“, bestätigt der 65-jährige, der seit 1. April Rentner ist. Jetzt habe er noch mehr Zeit für seine Leidenschaft und dies werde er sehr wohl nutzen, denn „wenn einem die Arbeit Spaß macht, hält sie einen auch jung“, so Ivan Trtanj.

Das Schifffahrtsmuseum Kressbronn hat übrigens bis 15. Oktober außer montags täglich von zehn bis zwölf und 15 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen findet man auch unter: http://www.historische-schiffsmodelle.com


Quelle: Schwäbische Zeitung vom 07.04.2010