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KINO-Abend: "Aus dem Nichts"

KINO-Abend: „Aus dem Nichts“
Thriller von Fatih Akin mit Diane Kruger, die ihre Familie bei einem rechtsextrem motivierten Bombenanschlag verliert – und die Rache selbst in die Hand nimmt


https://www.youtube.com/watch?v=kk5e-lvomDk


Katja ist mit dem türkischstämmigen Nuri Sekerci verheiratet, der früher einmal wegen Drogenbesitzes im Gefängnis saß, seinen Weg aber in ein bürgerliches Leben zurückgefunden hat. Seine Frau bringt ihm den sechsjährigen Sohn Rocco ins Büro und ahnt nicht, dass sie Stunden später durch eine Nagelbombe ihre Familie verlieren wird. Die Polizei ermittelt aufgrund von Nuris Vergangenheit fälschlicherweise im Rotlichtmilieu, doch zufällig gehen ihnen die wahren Mörder ins Netz.

Die Neonazi-Eheleute André und Edda Möller haben den Anschlag durchgeführt, dennoch entwickelt sich der Gerichtsprozess in eine für Katja falsche Richtung. Obwohl ihr Anwalt handfeste Beweise vorweisen kann, gelingt es dem Verteidiger Haberbeck den Prozess zugunsten der Angeklagten zu entscheiden. Für Katja bricht eine Welt zusammen und sie sieht nur noch einen Ausweg: das Gesetz selbst in die Hand und Rache zu  nehmen.

Vor dem Hintergrund der NSU-Morde erzählt Fatih Akin („Tschick“, „Gegen die Wand“) einen meisterhaften Rachethriller, der auf ein provozierendes Ende hinausläuft. Die Parallelen zu der Mordserie von Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe sowie zum anschließenden NSU-Prozess liegen auf der Hand. Die rechtsradikalen Terroristen haben mutmaßlich zehn Menschen ermordet. 

Für die Recherche zum Film hat Fatih Akin mehrerer Gerichtsverhandlungen im NSU-Prozess beobachtet. Zur Premiere in Cannes erklärte Akin: „Der Skandal bestand nicht darin, dass deutsche Neonazis zehn Menschen getötet hatten. Der eigentliche Skandal bestand darin, dass die deutsche Polizei, Gesellschaft und die Medien alle überzeugt waren, dass die Täter Türken oder Kurden sein müssten, dass da irgendeine Mafia dahintersteckte.“

Donnerstag, 15. März 2018, um 19.30 Uhr
LÄNDE, Seestr. 24, Kressbronn a. B. 


Eintritt: 4,00.
Kulturgemeinschaftsmitglieder, Schüler und Studenten: 3,00 €.